Bischof Overbeck mahnt zu respektvollem Dialog über Energiewende und zu verstärktem Klimaschutz

Nach dem Rodungsstopp im Hambacher Forst „ist jetzt die Gelegenheit, sachlich, besonnen und in gegenseitigem Respekt über die besten und schnellsten Schritte zu einem klima-, energie- und sozialverträglichen Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle zu beraten“, erklärte der Ruhrbischof anlässlich des morgigen Treffens der „Kohle-Kommission“ im Rheinischen Braunkohlerevier.

Im vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst sieht Bischof Franz-Josef Overbeck einen Zeitgewinn, der nun konstruktiv für einen grundlegenden Dialog über die richtigen Schritte zur Energiewende genutzt werden muss. „Jetzt ist die Gelegenheit, sachlich, besonnen und in gegenseitigem Respekt über die besten und schnellsten Schritte zu einem klima-, energie- und sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung zu beraten“, erklärte Overbeck am Dienstag in Essen anlässlich des Treffens der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, die Vorschläge für einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und den damit verbundenen Strukturwandel vorlegen soll, und am morgigen Mittwoch im Rheinischen Braunkohlerevier tagt. Parallel dazu wurden für diese Woche sowohl Demonstrationen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie als auch Protestaktionen von Umweltschützern angekündigt.

Overbeck erwartet „klare Abgrenzung gegenüber Gewalt und Rechtsbruch“.

Mit Sorge beobachtet Overbeck vor diesem Hintergrund, „dass die Diskussion über den Ausstieg aus der Kohleverstromung auch weiterhin durch Verdächtigungen, Unterstellungen und gegenseitige Vorwürfe geprägt bleibt.“ Die Zeit, in der sich die widerstreitenden Parteien in teils ehrverletzender Weise anfeindeten, müsse und könne nun ein Ende haben, betonte der Bischof. „Dabei erwarte ich von allen demokratisch gestimmten Beteiligten einen klare Abgrenzung gegenüber Gewalt und Rechtsbruch.“

Als Ermutigung zum konstruktiven Dialog wertet Overbeck, dass er bei all seinen Gesprächen mit Politikern, RWE-Verantwortlichen und Umweltschützern gleichermaßen ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz wahrnehmen konnte. Hier bestehe „ein weitgehender gesellschaftlicher Konsens, baldmöglichst die Wende hin zu regenerativen Energien und den Ausstieg aus der Kohleverstromung zu vollziehen. Nicht das ‚ob‘, sondern das ‚wann‘ und ‚wie‘ muss deshalb der Kernpunkt der Debatte sein, die alle Aspekte einer klima-, aber ebenso einer energie- und sozialverträglichen Regelung beachten und gewichten muss.“

„Klima-Aspekten in allen politischen Überlegungen eine entscheidende Bedeutung beimessen“

„Ein ambitionierter Klimaschutz ist die Grundlage für die Bewahrung der Schöpfung und der Weg in unsere gemeinsam nachhaltig zu gestaltende Zukunft“, so Overbeck. Daher sei es jetzt an der Zeit, Klima-Aspekten in allen politischen Überlegungen eine entscheidende Bedeutung beizumessen. Der in diesen Tagen erschienene Weltklimabericht zeige, „dass wir die globale Erwärmung auf 1,5 Grad beschränken können, wenn wir zeitnah die notwendigen Maßnahmen ergreifen und diese global umgesetzt werden.“ Dieser Perspektive müssten sich nun alle gesellschaftlichen Akteure verschreiben. Auch die Kirchen müssten dazu verstärkt ihren Beitrag leisten und ihrer Verantwortung zunehmend gerecht werden.

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